Unser Viertel soll schöner werden.
Das Kölner Judenviertel, um die alte Synagoge gelegen, bietet einen hohen urbanen Wert für Dealer und Fixer, weniger für Mütter und Hundehalter. Die Neugestaltung hat zwar keine Toiletten vorgesehen, aber dafür Bänke, ideal um seinen Rausch auszuschlafen, grüne Rückzugsräume, perfekt, um versteckt zu dealen oder diskret seine Notdurft zu verrichten. Anziehend für viele, die in diesem Viertel gar nicht gemeldet sind. Damit Kinder und Hunde auf den Grünflächen nicht in Kothaufen treten oder sich an gebrauchten Spritzen verletzen, müssen Mütter und Gassigeher immer besonders vorausschauend ihre Schritte lenken. Sozialer Brennpunkt oder Bronxbildung eines Traditionsveedels? Die Anwohner sehen diese Asozialisierung mit Horror und Unverständnis. Falsch? Übertrieben? Tanja Oldach hat mit einer Fotoreportage die Zustände im Viertel dokumentiert. Die Kamera zeigt das allmähliche Verkommen von innerstädtischer Urbanität mit unbestechlichem Blick. Sieht das nur die Stadt Köln nicht?